Das Dilemma rund um die 13. AHV-Rente

Der Seniorenrat Zürich ist politisch neutral. Parteipolitisch neutral. Alterspolitisch nehmen wir Stellung. So haben wir uns zur Gesetzesänderung zu den Ergänzungsleistungen vernehmen lassen und unsere Fragen zum elektronischen Patientendossier eingebracht. 
Und natürlich diskutieren wir die anstehende Abstimmung zur 13. AHV-Rente. Klar ist, wir sind eine heterogene Gesellschaft, auch bei uns im Seniorenrat. Wir sind uns also uneinig. 

Hier meine Haltung: Damit die Kaufkraft einigermassen ausgeglichen wird, soll die 13. AHV angenommen werden. Dieser Zustupf an AHV-Beziehende wird in die Wirtschaft zurückfliessen und 8.1 % MwSt. generieren.  

Natürlich wäre es mir lieber, wenn die untere AHV-Grenze angehoben würde und wenn die Ehepaar-Rente umgewandelt würde in 2 Einzelrenten. Doch über beides können wir nicht abstimmen. 

Wir konnten nicht über die Covidunterstützungsbeiträge abstimmen, auch damals nicht über die UBS- bzw. letztes Jahr über die CS-Rettungsmilliarden. Niemand sagte uns dazu, wie wir diese Ausgaben finanzieren. 
Mir wäre es natürlich recht, wenn die AHV (auch die 13.) nicht über Lohnprozente und MwSt. Prozente finanziert würde, sondern über eine Microsteuer auf Finanztransaktionen inkl. denjenigen in den Bitcoin-Währungen. Dann würde sich die Frage nach der Finanzierung gar nicht stellen. Doch auch darüber können wir nicht abstimmen. 

Und natürlich verstehe ich, dass es Menschen im Rentenalter gibt, die nicht angewiesen sind auf die monatlichen Beiträge der AHV. Sie zählen zu denjenigen, die sehr hohe Saläre erhielten und deshalb auch sehr viel in die AHV einbezahlten. Und eben weil ihre AHV-Beiträge viel höher waren als jene die auf einen Zustupf dieser 13. AHV angewiesen sind, muss man sie nicht ausschliessen. Ich bin selten neidisch auf hohe Einkommen. Im Fall eines maximalen Beitrags von Fr. 2380.- pro AHV-Beziehende mag ich nicht in die Neid-Diskussion einsteigen. 

Deshalb sage ich Ja zur 13. AHV.

Simone Gatti

13te AHV

Ausgangslage: in der Schweiz leben einige, welche mit der AHV nicht überleben können. Dafür wurde die EL geschaffen, heisst das Instrument zum Helfen ist da, wird jedoch, weil a) nicht bekannt, b) Scham, c) zu kompliziert, erniedrigend, zu wenig genutzt. Statt das Bestehende, die EL, so anzupassen, dass die Notleidenden diese nutzen, soll nun die Basisleistung AHV angepasst werden (?) 
 
Die Initianten sind der Meinung, dass wenn eine 13te Auszahlung erfolgt, den Notleidenden geholfen werden kann. Früher wurde der 13te im Dezember ausbezahlt. Damit wurden Weihnachtsgeschenke gekauft, Steuern bezahlt. Wie die Initiative die Auszahlung organisiert, ist nicht kommuniziert. Damit die Notleidenden sicher Nutzniessen werden, soll mit der Giesskanne an Alle verteilt werden (?). 
 
Die Finanzierung soll über Lohnprozente und die MwSt finanziert werden. Lohnprozente heisst auf dem Buckel der arbeitenden Bevölkerung, die Nutzniesser sind die AHV Bezüger… Wie sozial ist das? Wir alle wissen, dass die Tendenz zur reduzierten, zu Teilzeitarbeit immer mehr Anhänger findet. Bildet das die Initiative wie ab? Wir alle wissen, dass die Geburtenrate sinkt. Wie bildet das die Initiative ab? Ist die Finanzierung wirklich so gesichert wie das die Initianten kommunizieren?
 
Ich stimme NEIN in der Überzeugung, dass die Politik schnellst möglichst die EL zu Gunsten der Notleidenden anpasst. Wenn die Umsetzung der Initiative innert eines Jahres erfolgen kann (2026 ?), sollte auch eine Anpassung der EL in diesem Zeitrahmen erfolgen können !


Erich Kohler

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Ich selber werde JA stimmen weil ich doch immer wieder konfrontiert bin mit Menschen (vor allem Frauen) welche vorwiegend Familienarbeit geleistet haben. Sie haben kleine und kleinste Pensen gearbeitet und haben damit weder eine genügende AHV-Rente erarbeiten noch eine Pensionskasse äufnen können. Sind sie dann noch geschieden, so rutschen sie im Alter mit  grosser Wahrscheinlichkeit in die Armut ab. EL-Anträge sind leider immer noch eine (zu) hohe Hürde für viele Leute und es ist auch schwierig, an diese Personen heranzukommen für eine Hilfestellung. Ein leichterer Zugang dazu würde ich sehr begrüssen. Aber eben, darüber stimmen wir nicht ab.
Die zusätzliche AHV-Rente generiert ja zusätzliche Kaufkraft und das Geld landet wohl grossmehrheitlich nicht im Sparkässeli. Somit profitiert die Binnenwirtschaft und damit auch die dort Beschäftigten.
Ich bin zudem sehr skeptisch gegenüber den Langzeitprognosen, was die Finanzierbarkeit der heutigen AHV betrifft. Wenn ich schaue, wie die jungen Leute in meinem Umfeld arbeiten, mit welchen Pensen sie zufrieden sind und wie oft sie Unterbrüche in ihrem Arbeitsleben haben dann frage ich mich, wie eine Altersvorsorge in 50 Jahren ausschauen muss, damit man damit leben kann. 


Elisabeth Walder

Initiative der jungen FDP –
Rentenalter 66 und steigend

In der letzten AHV-Abstimmung haben wir – auch wir Frauen – dem höheren Rentenalter für Frauen zugestimmt. Die Zustimmung basierte auf dem Versprechen, die Renten aus der 2. Säule zügig zu verbessern. Es ist nichts passiert. 
Und nun sollen wir über höhere Rentenalter abstimmen. 
Wir sind im Rentenalter und hatten Glück.
Glück, bis zum Rentenalter erwerbstätig gewesen zu sein. D.h. nicht ab dem 55. Lebensjahr um den Arbeitsplatz gebangt hatten, weil zu teuer (bei den Sozialabzügen für die Pensionskasse).
Es ist an den Jungen über das Rentenalter 66+ abzustimmen.
Es kann sein, dass ich hier zum ersten Mal in meiner Abstimmungskarriere keine Meinung abgebe.

Simone Gatti 

Ergänzungsleistungen sollen ausgeweitet werden, damit Betreuung zuhause finanziert werden kann. 

Der Bundesrat schlägt vor die Ergänzungsleistungen für Seniorinnen und Senioren, welche zu Hause bleiben oder in eine betreute Wohnung ziehen möchten, auszuweiten - damit sie nicht aus finanziellen Gründen in ein Pflegeheim ziehen müssen. Diese Vorschläge umfassen  den Zugang zu einem Notrufsystem, eine Anpassung der Wohnung oder auch Fahr-, Begleit- oder Mahlzeitendienste. 
Konkret wird es nach dem Entwurf der Regierung Aufgabe der Kantone sein, diese Hilfen zu finanzieren. Bezieher von Ergänzungsleistungen sollen mit einer Starthilfe von mindestens 13'400 Franken pro Jahr rechnen können.  Heute treten ältere Menschen mit begrenzten Mitteln in ein Pflegeheim ein, obwohl sie mit Unterstützung selbständig zu Hause bleiben könnten. Einige Kantone sind heute grosszügiger als andere, zum Beispiel die Westschweiz. Der Gesetzesentwurf wird den Vorteil haben, dass die Palette der angebotenen Leistungen auf schweizerischer Ebene harmonisiert wird. Diese Regelung wird es mehr Menschen ermöglichen, trotz einer Behinderung oder eines Hilfebedarfs zu Hause zu bleiben, und sollte auch verhindern, dass Menschen in ein Pflegeheim eintreten müssen, ohne  die gesamte damit verbundene Infrastruktur zu beanspruchen. 
Der Bundesrat  hat eine Änderung des Gesetzes über Ergänzungsleistungen in die Vernehmlassung geschickt. 
Der seniorenrat zürich hat zusammen mit dem Verband Zürcher Seniorinnen und Senioren eine Vernehmlassung eingereicht. 

Engagierte leben länger und besser!

Engagement im Alter lohnt sich. Wer nach 65 erwerbstätig oder freiwillig engagiert bleibt, lebt länger und besser. Diese Aussage an der 18. Zürcher Alterskonferenz vom 30. August 2023 im Zürcher Volkshaus lässt aufhorchen. Das Thema des Anlasses: «Engagiert in der 3. Lebensphase: Bereicherung des eigenen Alltags und gesellschaftliche Notwendigkeit»

https://zss-zh.ch/engagierte-leben-laenger-und-besser/



Einsamkeit 

Gerne stellen wir einige Links zur Verfügung, die mit dem Thema in Zusammenhang stehen.

  • Link zum Interview mit einer Bewohnerin der Genossenschaft Zusammen_h_alt (Seniorengenossenschaftin Winterthur)

  • Link zu einem Interview mit einem Community-Builder der Stadt Wien, welcher beUnity in einer Liegenschaft erst kürzlich ausgerollt hat

  • Link zu 7 Geschichten aus dem Beispiel von Hausen am Albis, ZH (Seebrighof)

  • Link zu einem Case Study aus dem Quartier 'Greencity' in Zürich

  • Link zu unserer aktuellen Studie mit der ETH 'Inklusion in der Nachbarschaft'

  • Link zum Download unseres neuen Whitepapers 'Vereinsamung in der Nachbarschaft' 

  • Link zu unserem Magazin mit vielen weiteren Artikeln

  • Link zur Pro Senectute Publikation gemEinsam 

  • www.beunity.io 

  • Einsamkeit statt Vernetzung in Nachbarschaften: Das sind die Probleme und deren Auswirkungen. White Paper kostenlos herunterladen)

Komm mit, Nachbar*in!

Fokus-Veranstaltung vom 6. Mai 2023: Einsamkeit im Alter

 

Kurz und bündiger Einstieg mit Prof. Carlo Knöpfel, ein anregendes Podium mit eindrücklicher Beteiligung von Betroffenen, angeregte Diskussionen an 8 Tischen. Die Diskussionen hielten auch beim Aufräumen noch an. Gut besuchte Stände der Organisationen. 

 

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